Das heutige Colosseum Theater und das gegenüberliegende IKEA-Parkhaus sind die einzigen erhaltenen Werkshallen der ehemaligen Krupp-Stadt. Sie bildeten den ehemaligen Eingangsbereich zu Produktionsstätten, in den um die Jahrhundertwende mehr als 12.000 Menschen arbeiteten.
Der Backsteinbau, der zwischen 1898 und 1902 erbaut wurde, erhielt den Namen VIII. Mechanische Werkstatt. Das Gebäude mit 50 Meter Breite, 100 Meter Länge und einer Höhe von 28 Metern war die größte Halle auf dem Werksgelände. Hier stellte die Firma Krupp Lokomotivrahmen und Kurbelwellen für Schiffe her.
Nach dem 2. Weltkrieg erwarb AEG-Kanis die riesigen Hallen und produzierte darin bis 1988 Turbinengehäuse, Kurbelwellen, Lokomotivrahmen und andere große Bauteile. Als AEG-Kanis ihr Werksgelände aus logistischen Gründen an den Essener Stadthafen verlegte, übernahm die Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen (LEG) den Standort.
Aufgrund der großen historischen Bedeutung für die Essener Industriegeschichte wurde das Bauwerk 1989 unter Denkmalschutz gestellt.
Im Mai 1995 begannen die Umbauarbeiten zu einem der modernsten Theater im Ruhrgebiet. Selbst nach fast einem Jahrhundert der industriellen Nutzung befand sich das Gebäude in bemerkenswert gutem Zustand. Die äußere Fassade mit den großen Fensteröffnungen und das Stahlskelett mussten lediglich gereinigt und neu versiegelt werden.
Die imposante dreischiffige Industriehalle birgt nach dem Umbau zum Theater modernste Computertechnik für den Bühnenbetrieb, aufwendige Doppelwandkonstruktionen für eine optimale Akustik und angenehme klimatische Verhältnisse. Der Theaterkomplex mit Zuschauerraum wurde als eigenständiger Raum im Raum in das Mittelschiff der kathedralähnlichen Halle eingebaut und ist durch eine raumhohe stählerne Wand vom Foyer abgetrennt.
Doch nicht nur die Halle ist historisch, auch ihr Name knüpft an die Geschichte Essens an. Nach der Beendigung der Umbauarbeiten erhielt die ehemalige VIII. Mechanische Werkstatt den Namen Colosseum, angelehnt an den gleichnamigen Essener Kulturpalast, der bis in die Dreißiger Jahre für Furore sorgte und zum bekanntesten Varieté der Region avancierte.